Was ist neu in Visual Studio und Blend 2013 für XAML-Entwickler

visual-studio

Auf der Build wurde in einer separaten Session über die Neuerungen in Visual Studio und Blend 2013 gesprochen, die gezielt Entwickler im XAML-Umfeld betreffen. In beiden Entwicklungswerkzeugen hat sich eine Menge getan. Dieses Posting verschafft einen groben ersten Überblick über die bisher gezeigten Neuerungen in der Preview-Version.

Neuerungen im XAML-Editor von Visual Studio

Widmen wir uns zuerst Visual Studio und seinem XAML-Editor. Microsoft ist bei den Änderungen und Erneuerungen auf einige Wünsche der User von Visual Studio 2012 eingegangen, die im XAML-Umfeld längst überfällig waren.

– Visual Studio stellt nun XAML-Code-Snippets zur Verfügung. Dies war bisher nur über 3rd Party Plugins möglich.

– Ändert der Entwickler bestehende Start-Tags eines XAML-Blocks, sucht der Editor automatisch nach dem Ende der Sequenz und korrigiert das End-Tag in den Typen des Start-Tags.

– Eine der wohl am sehnlichst erwarteten Änderungen wurde nun implementiert – Mit F12 oder über „Go to Definition“ im Context-Menü des Editors ist es nun möglich, direkt aus dem XAML-Code heraus in Ressource-Definitionen zu zu navigieren. Aber nicht nur dort hin: Auch das Springen zu Typen, oder in Models/ViewModels von Databindings, ist nun möglich.

– Mit der Unterstützung des Verweises auf Ressourcen, Bindings und Typen geht auch die Tatsache einher, dass es nun IntelliSense für Data Bindings (zeigt mögliche Vervollständigungen des DataContext) und Ressource-Schlüssel gibt.

Neuerungen in Blend 2013

Die Änderungen und Erneuerungen in Blend 2013 fallen, zur Freude des UI-Designer-Lagers, sehr üppig aus. Wirkte der Funktionsumfang von Blend for Visual Studio 2012 „nicht ganz fertig“, so wurde nun alles nachgeliefert, was Blend 2013 das Prädikat „rund“ verleiht.

Sample Data für Windows Store Apps verfügbar

Die Sample Data Section, welche für die WPF-Entwicklung fester Bestandteil in Blend ist aber für Windows 8 Apps bisher gefehlt hat, hat den Weg in die neue Version gefunden. Somit ist es nun auch in Windows Store Apps möglich, mit Sample Data zu arbeiten, ohne einen umständlichen Workaround nutzen zu müssen. Schade ist allerdings, dass bei der Wahl eines Projekt-Templates wie „Grid App“ die Beispiel-Daten nicht so angelegt sind, dass sie direkt nach dem Starten des Projekts über Sample Data in Blend bearbeitet werden können. Was die Bedienung und Funktionen angeht, ist hier im Vergleich zu Sample Data für WPF Projekte alles beim Alten geblieben.

Blend13SampleData
Abbildung1 Die Sample Data Section hat es nun in Windows Store Projekte geschafft

Realtime Editing von DataTemplates und Style

In Blend 2013 ist es nun möglich, das Styling von Controls und Templates direkt in der Umgebung vorzunehmen, in welcher diese Ressourcen auch visualisiert werden. Wurde vorher noch zum Editieren eines Templates in eine separate Singleview geschalten, in der nur das Roh-Konstrukt zu sehen war (ohne Daten), können nun diese Arbeiten „im Großen Ganzen“ vorgenommen werden. Sind in der DesignView Beispieldaten angebunden, so kann das Resultat der Änderungen direkt unter praxisnahen Bedingungen betrachtet werden, ohne wirklich bauen zu müssen. Die Änderungen schlagen sofort an allen betroffenen Stellen zu Buche.

Blend13TemplateStyleRealtimeEdit2
Abbildung 2 der eingefügte Textblock in das DataTemplate macht sich sofort in allen anderen Items bemerkbar. Editing direkt in der App Page rockt!

Neue Optionen in den Device-Einstellungen

In Windows 8.1. ziehen mit dem Support von 7-Zoll-Auflösungen und erweiterter Snap-Funktion auch Änderungen im Device Panel von Blend 2013 ein. Die Display-Settings haben 2 neue 7-Zoll-Auflösungen spendiert bekommen.

Blend13DeviceDisplay
Abbildung 3 neue Display-Auflösungen in den Device Settings
Unter dem Punkt Edge können nun mehrere Modi der neuen Snapview im Designer geschalten werden. Dies spart Zeit, da nicht mehr zur Runtime getestet werden muss, wie sich das Layout in den unterschiedlichen Snap-States verhält. Auch ist es nun möglich, in den Device-Options eine minimale App-Width anzugeben.

Blend13EdgesForSnapView
Abbilung 4 Unter dem Punkt Edge in den Device-Einstellungen können Snap-States zur Designzeit geschalten werden

Lineale, neue Guides und Verbesserungen in der Snapping Engine

Eine wirklich tolles neues Feature in Blend 2013 sind die Rulers and Guides. Am linken und oberen Rand der DesignView sind nun Lineale verfügbar, wie man das auch von Design-Tools wie Photoshop gewohnt ist. Daraus lassen sich Guidelines ziehen, welche es ermöglichen, pixelgenaue Layout-Schablonen zu definieren. Für jede Guideline kann noch eingestellt werden, ob sie sich am linken oder rechten, bzw. oberen oder unteren Rand der (dynamischen) App-Kanten ausrichten soll. Das Setzen kann mit der Maus erfolgen, oder auch mit gezielter Eingabe der Position in Pixelwerten.

Blend13Rulers2
Abbildung 5  Über eine kleine Combobox an den Guidelines kann die Ausrichtung und die Position exakt angegeben werden

Sind die Linien zu einem Layout gesetzt, können alle Elemente über die angepasste Snapping-Engine leicht an den Guides angedockt und ausgerichtet werden. Nach dem Speichern der Änderungen werden diese Guides in separaten Dateien abgelegt, aus denen die Einstellungen auch wieder in Blend importiert werden können. Somit ist ein einmal angelegtes Layout in Designteams multipel verwendbar und kann darüber hinaus auch in der Source-Verwaltung des Projekts aufgenommen werden.

Performanceverbesserungen

Die Arbeitsgeschwindigkeit von Blend bei größeren XAML-Projekten hat sich stark verbessert. Hier nennt Microsoft einige Zahlen um dieses zu unterstreichen:

Laden des visuellen Designers bei einem großen Windows Store Projekt
Visual Studio 2012 Update 3 -> 15,92 Sek.
Visual Studio 2013 Preview ->       6,11 Sek.
Performancegewinn: 61,6%

 

Verfügbarkeit der IntelliSense für XAML bei einem großen Windows Store Projekt
Visual Studio 2012 Update 3 -> 13,5 Sek.
Visual Studio 2013 Preview ->   2,55 Sek.
Performancegewinn: 81,1%

 

Create Databinding Dialog für eine XAML Page mit 120 Elementen
Visual Studio 2012 Update 3 -> 6,7 Sek.
Visual Studio 2013 Preview –> Sofort, ohne spürbare Latenz

Diese Zahlen konnten zwar nicht auf ihre Genauigkeit getestet werden, allerdings ist beim Arbeiten mit der Preview Version von Blend 2013 ein ordentlicher Performance-Schub spürbar. Gerade wenn es um das Laden von Dialogen oder die Reaktion in Context-Menüs geht, hat die neue Version viel dazu gewonnen.

Eine Ankündigung – Return of the Behaviors in Blend for Windows Store Apps

Als ein ganz frischer Punkt gilt die angekündigte Rückkehr von Behaviors in Blend. Diese waren allerdings zur Veröffentlichung der Preview-Version nicht nicht fertig gestellt. Das Visual Studio Team hat allerdings versprochen, dass zum Release alle Arbeiten daran abgeschlossen sein soll, und grünes Licht für gutes Benehmen leuchten wird. Diese Nachricht sollte gerade die WPF-Entwickler freuen, die den Weg in die Windows Store Entwicklung gefunden haben oder noch finden wollen.

Fazit

Die neue Version von Visual Studio 2013 hat viele neue interessante Neuerungen und Verbesserungen für XAML-Entwickler zu bieten. Aber vor allem die neue Blend-Version bringt viele neue Features die Designer-Herzen höher schlagen lassen. Doch gerade Blend sollte bis zum entgültigen Release noch stabiler werden. Beim Arbeiten mit größeren Projekten kam es öfter zu einem Crash bzw. haben Features einfach nicht mehr reagiert.

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